Kurven, Kuppen, Gefälle und Warnsituationen

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Lektion Klasse B•3 Min. Lesezeit•Stand: 04.10.2026

Kurven, Kuppen und Gefälle

In Kurven muss die Geschwindigkeit bereits vor dem Einlenken angepasst sein. Hohe Geschwindigkeit erhöht die erforderliche Seitenführungskraft. Bei Nässe oder Verschmutzung steht davon weniger zur Verfügung.

Kuppen und enge Kurven begrenzen zusätzlich die Sicht. Die Regel, innerhalb der übersehbaren Strecke anhalten zu können, wird dadurch besonders wichtig.

Auf Gefällestrecken kann sich der Bremsweg verlängern. Fahre deshalb vorausschauend und reduziere die Geschwindigkeit rechtzeitig, statt dauerhaft spät und stark zu bremsen.

Praxisbeispiel: Eine Kurve ist wegen Bäumen nicht einsehbar. Du bremst vor der Kurve auf eine Geschwindigkeit, bei der du innerhalb des sichtbaren Bereichs anhalten könntest.

Merke: Vor der Kurve bremsen, nicht erst mitten in der Kurve.

Warnzeichen und Geschwindigkeit

Gefahrzeichen fordern erhöhte Aufmerksamkeit und insbesondere eine Verringerung der Geschwindigkeit im Hinblick auf die jeweilige Gefahrenstelle.

Ein Gefahrzeichen gibt nicht immer eine konkrete km/h-Zahl vor. Trotzdem musst du deine Geschwindigkeit so wählen, dass du die angekündigte Gefahr sicher bewältigen kannst. Beispiele sind Kurven, Gefälle, Seitenwind, Baustellen, Wildwechsel oder Schleuder-/Rutschgefahr.

Außerhalb geschlossener Ortschaften stehen Gefahrzeichen im Allgemeinen 150 bis 250 Meter vor der Gefahrstelle, sofern nichts anderes angezeigt ist.

Merke: Gefahrzeichen ohne Tempowert können trotzdem eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung verlangen.

Sichtweite an Kuppen und in unübersichtlichen Kurven

Kuppen und enge Kurven verkürzen die übersehbare Strecke. Damit sinkt die Zeit, die dir für Wahrnehmen, Entscheiden und Bremsen bleibt. Die Geschwindigkeit muss deshalb so gewählt sein, dass du innerhalb des überschaubaren Bereichs reagieren und grundsätzlich anhalten kannst.

Besonders gefährlich ist es, sich an der Geschwindigkeit eines vorausfahrenden Fahrzeugs zu orientieren. Es kann weiter sehen als du, anders bremsen oder die Gefahr zu spät erkennen.

Praxisbeispiel: Hinter einer Kuppe könnte ein langsames Fahrzeug, ein Radfahrer oder ein Hindernis stehen. Du reduzierst das Tempo vor der Kuppe – nicht erst nachdem die Gefahr sichtbar wird.

Gefälle, Seitenwind und wechselnder Grip

Gefälle, Seitenwind und wechselnde Fahrbahnhaftung verändern die Sicherheitsreserve. Auf Gefällestrecken wirkt die Hangabtriebskraft zusätzlich; dadurch kann mehr Bremsarbeit nötig werden. Bei Nässe, Schmutz, Schnee oder Eis steht gleichzeitig weniger Reifenhaftung zur Verfügung.

Starker Seitenwind kann besonders beim Herausfahren aus einem geschützten Bereich, auf Brücken oder beim Vorbeifahren an großen Fahrzeugen plötzlich spürbar werden. Reduziere die Geschwindigkeit, halte das Lenkrad sicher und vermeide hektische Korrekturen.

Merke: Wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen, muss die Geschwindigkeit deutlicher angepasst werden als bei nur einem einzelnen Risiko.

Entscheidungssituationen

Gefahrzeichen Schleudergefahr

Gefahrzeichen Schleudergefahr

Zeichen 114 kündigt Schleuder- oder Rutschgefahr an; die Fahrbahn ist nass.

Richtig handeln: Geschwindigkeit vor der Gefahrenstelle reduzieren.

Begründung: Gefahrzeichen verlangen erhöhte Aufmerksamkeit und situationsbezogene Geschwindigkeitsanpassung.

Blendende Sonne

Blendende Sonne

Die tief stehende Sonne blendet dich stark.

Richtig handeln: Geschwindigkeit sofort an die reduzierte Sicht anpassen.

Begründung: Sichtverhältnisse sind ein ausdrücklicher Faktor nach § 3 StVO.

Gefälle und langsamer Verkehr

Gefälle und langsamer Verkehr

Du fährst bergab auf eine langsamere Fahrzeugkolonne zu.

Richtig handeln: Früh Geschwindigkeit reduzieren und Abstand aufbauen.

Begründung: Gefälle kann die Verzögerung erschweren; spätes starkes Bremsen vermeiden.

Wildwechsel-Gefahrzeichen

Wildwechsel-Gefahrzeichen

Zeichen 142 warnt vor Wildwechsel; Waldrand und Dämmerung.

Richtig handeln: Geschwindigkeit reduzieren und Seitenbereiche intensiv beobachten.

Begründung: Das Gefahrzeichen verlangt erhöhte Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit.

Quellen

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