Parkplatz, Parkraumbewirtschaftung und Gehwegparken
Zeichen 314 kennzeichnet Parken, Zeichen 314.1 eine Parkraumbewirtschaftungszone. Zusatzzeichen können Nutzergruppe, Parkdauer, Parkschein oder Parkscheibe festlegen.
Zeichen 315 erlaubt das Parken auf Gehwegen nur in der dargestellten Art. Ohne entsprechende Freigabe ist der Gehweg kein normaler Pkw-Parkplatz. Wenn Gehwegparken erlaubt ist, ist grundsätzlich der rechte Gehweg, in Einbahnstraßen der rechte oder linke Gehweg zu benutzen.
Merke: Gehwegparken braucht eine ausdrückliche Erlaubnis.
Parkschein und Parkuhr
An einer Parkuhr darf grundsätzlich nur während der Laufzeit der Uhr geparkt werden. Am Parkscheinautomaten benötigst du einen gültigen Parkschein, der am oder im Fahrzeug von außen gut lesbar angebracht ist.
Die angegebene Höchstparkdauer und eventuelle zeitliche Beschränkungen sind einzuhalten. Andere Halt- und Parkverbote gelten trotzdem weiter.
Praxisbeispiel: Ein Parkschein wäre bis 16:00 Uhr gültig, dein Fahrzeug blockiert aber eine Grundstücksausfahrt. Der Parkschein macht das Parken dort nicht legal.
Merke: Bezahlen hebt andere Parkverbote nicht auf.
Parkscheibe richtig einstellen
Ist eine Parkscheibe vorgeschrieben, muss sie von außen gut lesbar sein. Der Zeiger wird auf den Strich der halben Stunde eingestellt, die auf den Zeitpunkt des Anhaltens folgt.
Beispiel: Ankunft 10:05 Uhr → Einstellung 10:30 Uhr. Ankunft 10:30 Uhr → nächste halbe Stunde nach dem Anhalten, also 11:00 Uhr.
Die auf dem Zusatzzeichen angegebene Höchstparkdauer bleibt maßgeblich.
Merke: Parkscheibe auf die nächste halbe Stunde nach der Ankunft stellen.
Defekter Parkscheinautomat und digitales Parken
Ist eine Parkuhr oder ein Parkscheinautomat nicht funktionsfähig, darf bis zur angegebenen Höchstparkdauer geparkt werden; dabei ist die Parkscheibe zu verwenden.
Elektronische Systeme, etwa Parken per Mobiltelefon, können Parkuhr, Parkschein oder Parkscheibe ersetzen, wenn Gebührenzahlung und Parkzeitüberwachung dadurch ordnungsgemäß sichergestellt sind.
Merke: Defekter Automat bedeutet nicht unbegrenztes kostenloses Parken.
Ein-/Aussteigen und Be-/Entladen bei Parkzeitüberwachung
Einrichtungen zur Überwachung der Parkzeit müssen nach § 13 StVO beim Ein- oder Aussteigen sowie zum Be- oder Entladen nicht betätigt werden. Das ändert jedoch keine anderweitigen Haltverbote.
Be- und Entladen bedeutet einen tatsächlichen Lade- oder Entladevorgang. Ein Einkauf im Geschäft ist nicht automatisch Teil des Ladevorgangs. Im eingeschränkten Haltverbot muss das Ladegeschäft ohne Verzögerung durchgeführt werden.
Merke: Parkzeittechnik und Haltverbot sind zwei verschiedene Ebenen.
Bewohner, Elektrofahrzeuge, Carsharing und Ladebereich
Zusatzzeichen können Parkflächen bestimmten Gruppen vorbehalten oder Ausnahmen von Parkschein- beziehungsweise Parkscheibenpflichten anordnen. Dazu gehören beispielsweise Bewohner mit Parkausweis, elektrisch betriebene Fahrzeuge oder Carsharingfahrzeuge.
Zeichen 230 kennzeichnet einen Ladebereich. Dort gelten die durch das Zeichen und mögliche Zusatzzeichen angeordneten Bedingungen.
Entscheidend ist niemals nur das große Hauptzeichen: Zusatzzeichen, Zeitangaben und Nutzergruppen müssen vollständig gelesen werden.
Merke: Parkerlaubnis kann person-, fahrzeug-, zeit- oder zweckgebunden sein.
Verkehrsberuhigter Bereich: Parken nur auf markierten Flächen
Im verkehrsberuhigten Bereich darf außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen nicht geparkt werden. Ausgenommen sind das Ein- oder Aussteigen sowie das Be- oder Entladen.
Dass die gesamte Straßenbreite von Fußgängern benutzt werden darf und Kinderspiele erlaubt sind, macht freies Parken gerade nicht zulässig.
Merke: Verkehrsberuhigter Bereich = Parken nur auf gekennzeichneten Flächen.
Parklücke, Vorrang und platzsparendes Parken
An einer Parklücke hat Vorrang, wer sie zuerst unmittelbar erreicht. Dieser Vorrang bleibt bestehen, wenn die Person an der Lücke vorbeifährt, um rückwärts einzuparken oder weitere Fahrbewegungen zum Einparken ausführt.
Außerdem verlangt § 12 StVO platzsparendes Parken; in der Regel gilt das auch für das Halten.
Praxisbeispiel: Ein Fahrzeug fährt an der Lücke vorbei, setzt den Rückwärtsgang ein und will einparken. Du darfst nicht schnell vorwärts in dieselbe Lücke fahren.
Merke: Rückwärtsansetzen lässt den Vorrang an der zuerst erreichten Parklücke nicht verschwinden.
Entscheidungssituationen
Ankunft 10:05 mit Parkscheibe

Parkscheibe ist vorgeschrieben; du kommst um 10:05 an.
Richtig handeln: Parkscheibe auf 10:30 stellen.
Begründung: Sie wird auf den Strich der folgenden halben Stunde eingestellt.
Ankunft 10:30 mit Parkscheibe

Du kommst genau um 10:30 an.
Richtig handeln: Parkscheibe auf 11:00 stellen.
Begründung: Maßgeblich ist die halbe Stunde, die dem Zeitpunkt des Anhaltens folgt.
Parkscheinautomat defekt

Der Automat ist außer Betrieb; Höchstparkdauer 2 Stunden.
Richtig handeln: Parkscheibe verwenden und Höchstparkdauer beachten.
Begründung: Ein defekter Automat hebt die Parkzeitbegrenzung nicht auf.