Dauer der praktischen Prüfung
Für die Fahrerlaubnisklasse B beträgt die praktische Prüfung nach der Fahrerlaubnis-Verordnung insgesamt mindestens 55 Minuten. Davon entfallen mindestens 30 Minuten auf die reine Fahrzeit. Zur Gesamtzeit gehören zusätzlich unter anderem Vorbereitung, Grundfahraufgaben und die Bekanntgabe beziehungsweise Nachbereitung des Ergebnisses.
Grundfahraufgaben Klasse B
In der Prüfung werden insgesamt drei Grundfahraufgaben ausgewählt. Eine Aufgabe stammt aus der Gruppe:
- rückwärts nach rechts unter Nutzung einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt fahren oder
- rückwärts in eine Parklücke in Längsaufstellung fahren.
Zwei weitere Aufgaben werden aus den Bereichen Umkehren, Einfahren in eine Quer-/Schrägparklücke und Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung ausgewählt.
Was bewertet wird
Der Prüfer beurteilt nicht nur einzelne Bedienhandlungen. Entscheidend ist, ob der Bewerber das Fahrzeug sicher beherrscht und Verkehrsregeln selbstständig, vorausschauend und verantwortungsvoll anwendet. Dazu gehören insbesondere Verkehrsbeobachtung, Vorfahrt, Abstände, Geschwindigkeit, Fahrstreifenwahl, Rücksichtnahme auf schwächere Verkehrsteilnehmer und sichere Fahrzeugbedienung.
Theorie zuerst
Die praktische Prüfung wird grundsätzlich erst abgelegt, nachdem die theoretische Prüfung bestanden wurde. Wer die Theorie bestanden hat, sollte die praktische Prüfung außerdem innerhalb der gesetzlichen Gültigkeitsfrist absolvieren.
Typischer Irrtum
Es gibt kein einfaches Schema „drei kleine Fehler sind erlaubt“. Einzelne Fehler können je nach Gefahr und Situation sehr unterschiedlich schwer wiegen. Ein gravierender Eingriff oder eine konkrete Gefährdung ist anders zu bewerten als eine unkritische Unsauberkeit.
Merke
Klasse B: mindestens 55 Minuten Gesamtprüfungsdauer, davon mindestens 30 Minuten Fahrzeit, plus Grundfahraufgaben und ganzheitliche Bewertung der Fahrkompetenz.
Praxis- und Lernhinweis
Kurz vor der praktischen Prüfung ist es sinnvoll, nicht nur bekannte Prüfungsstrecken zu fahren. Wer sich zu stark auf einzelne Straßenfolgen verlässt, kann bei einer unerwarteten Route unsicher werden. Prüfungsreife zeigt sich gerade darin, unbekannte Situationen mit einem stabilen Ablauf zu lösen: früh beobachten, Verkehrszeichen erfassen, Geschwindigkeit anpassen, Vorrang klären und Entscheidungen rechtzeitig ankündigen. Auch eine nicht perfekte Fahrbewegung ist weniger problematisch als eine späte, hektische oder gefährliche Entscheidung.