Was ist die Klasse BE?

Lernfolien

Varianten der Klasse B und Anhänger•2 Min. Lesezeit•Stand: 04.10.2026

Was erlaubt die Klasse BE?

Die Klasse BE ist eine eigenständige Fahrerlaubnisklasse für Fahrzeugkombinationen. Das Zugfahrzeug muss zur Klasse B gehören; der Anhänger oder Sattelanhänger darf eine zulässige Gesamtmasse von höchstens 3.500 kg haben.

Damit reicht BE in vielen Fällen weiter als B96. Bei B96 ist die zulässige Gesamtmasse der gesamten Kombination auf 4.250 kg begrenzt. Bei BE wird dagegen die zulässige Gesamtmasse des Anhängers bis 3.500 kg betrachtet, während das Zugfahrzeug selbst zur Klasse B gehören muss.

Ausbildung und Prüfung

Für BE ist praktische Ausbildung erforderlich. Die Fahrschüler-Ausbildungsordnung schreibt bei einer Erweiterung von B auf BE besondere Ausbildungsfahrten vor: drei Überlandfahrten, eine Autobahnfahrt und eine Fahrt bei Dämmerung oder Dunkelheit, jeweils zu 45 Minuten. Hinzu kommen die für die Prüfungsreife notwendigen Übungsinhalte, insbesondere das sichere Fahren der Kombination sowie das Verbinden und Trennen.

Die Klasse BE wird durch eine praktische Fahrerlaubnisprüfung erworben. Eine zusätzliche eigenständige Theorieprüfung für BE ist im normalen Erweiterungsweg nicht vorgesehen.

Fahrerlaubnis und technische Grenzen trennen

Auch mit BE darf nicht automatisch jeder Anhänger an jedes Auto gehängt werden. Fahrzeugpapiere und technische Vorschriften begrenzen unter anderem Anhängelast und Stützlast. Die Fahrerlaubnis beantwortet nur die Frage, welche Fahrzeugkombination du fahrerlaubnisrechtlich führen darfst.

Beispiel

Ein Pkw mit 2.500 kg zGM und ein Anhänger mit 2.000 kg zGM ergeben 4.500 kg. Normale Klasse B und B96 reichen hier wegen der Kombinationsgrenzen nicht aus. BE kann fahrerlaubnisrechtlich passen, sofern Zugfahrzeug und Anhänger auch technisch miteinander zulässig sind.

Merke

BE = eigene Klasse; Zugfahrzeug Klasse B, Anhänger bis 3.500 kg zGM. Technische Anhängelast bleibt zusätzlich zu prüfen.

Praxis- und Lernhinweis

Bei BE ist das Rangieren mit Anhänger ein zentraler Kompetenzbereich. Schon kleine Lenkwinkel wirken sich rückwärts deutlich auf den Anhänger aus; hektisches Gegenlenken verschärft Fehler. Sinnvoll sind langsame Korrekturen, gute Rundumbeobachtung und ein klares Verständnis der Fahrzeuggeometrie. Vor jeder Fahrt gehören außerdem Kupplung, Abreißseil, Beleuchtung, Stützlast, Ladungssicherung und Reifen in den Sicherheitscheck. Wer nur die Fahrerlaubnisgrenzen kennt, aber die Kombination technisch nicht korrekt vorbereitet, fährt trotzdem unsicher oder unzulässig.

Quellen

FührerscheinPilot App Google Play